Stellungnahme LMR zur aktuellen Situation

Corona-Pandemie trifft das komplette Musikleben im Saarland

Die aktuelle Situation auf Grund der Corona-Pandemie stellt alle auf eine harte Zerreißprobe. Die gesamte saarländische Musiklandschaft ist gefährdet. Vor allem aber die freischaffenden Musikerinnen und Musiker fürchten nun um ihre Existenzen. Gerade hat der derzeitig angestoßene Prozess „Breitenkultur im Saarland - auch zukünftig?“ einmal mehr die Bedeutung und Wichtigkeit der saarländischen Musikschaffenden aller Sparten und Genres für das soziale Miteinander herausgestellt. Alle, egal ob Chöre, Musikvereine, Orchester oder die Jazzszene, sind für unsere Gesellschaft und die musisch-kulturelle Bildung von herausragender Bedeutung.

Der Landesmusikrat Saar hat aufgrund der dramatischen Entwicklungen der Corona – Problematik, schon vorkehrend, aber nun auch den Anweisungen der Landesregierung entsprechend, seine Veranstaltungen und Projekte abgesagt oder verschoben. Erstmals in seiner 57 – jährigen Geschichte musste der Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ (ersatzlos) abgesagt werden, ebenso die Kammermusikförderkurse „Jugend musiziert“. Die aktuellen Arbeitsphasen und die dazugehörigen Konzerte des Landes-Jugend-Symphonieorchesters, des JugendJazzOrchesters, des grenzüberschreitenden Robert-Schuman-Chores, des JugendEnsembleNeueMusik Rheinland-Pfalz / Saar wurden abgesagt - unsere komplette musische Jugendförderung steht somit still. Ausgesetzt wird auch die Bläserklasse für Erwachsene und das Haus der Musik wurde für Versammlungen und Sitzungen bis auf weiteres geschlossen.

Wir wissen, dass viele aus der Musikwirtschaft sehr unter dieser Situation leiden. Insbesondere aber gilt unsere Sorge den freiberuflich Tätigen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Absage von allen Veranstaltungen und Musikprojekten, in der aktuellen Härte, alle freiberuflichen Musikerinnen und Musiker, selbstständige Musikpädagoginnen und Musikpädagogen, oder freischaffende Musikpädagoginnen und Musikpädagogen an freien und kommunalen Musikschulen in eine tiefe Krise stürzt. Ein Leben von der Musik und der Musikpädagogik bietet in der Regel nicht die Möglichkeit großzügig Rücklagen zu bilden und so brechen nun auf einen Schlag alle existenzerhaltenden Einnahmen weg.

Nach den ersten positiven Signalen der Bundesregierung (Erklärung der Kulturstaatsministerin, Prof. Monika Grütters vom 13. März 2020), begrüßt in diesem Zusammenhang das Präsidium des LMR Saar die Stellungnahme von Kultusministerin Christine Streichert-Clivot (Pressemeldung vom 20. März 2020) in der insbesondere auch Künstlerinnen und Künstler, sowie Kulturschaffende vom Soforthilfe-Programm der Landesregierung profitieren sollen.
Der LMR Saar appelliert weiterhin, auch an die Kommunen, unbürokratische Wege zu finden, finanzielle Notsituationen abzuwenden, gerade in Berufsgruppen der musisch-kulturellen (Breiten-)Kultur.

Wir rufen alle Betroffenen, die in irgendeiner Art und Weise in der Musikbrache tätig sind, dazu auf, sich an einer Umfrage des Deutschen Musikrates zu den Auswirkungen des Corona-Virus zu beteiligen. Damit möchte sich der Deutsche Musikrat ein möglichst umfassendes Bild über die Probleme und finanziellen Schäden machen, die sich für die Musikszene Deutschlands aus der aktuellen Situation ergeben, und diese Erkenntnisse zur Verfügung stellen, um geeignete Hilfs-Maßnahmen anzustoßen. Nur mit konkreten Zahlen, etwa zu Umsatzeinbußen oder Verdienstausfällen freier Musikerinnen und Musiker, können konkrete Forderungen an die Politik gestellt werden, um soziale Härtefälle zu vermeiden. Die Umfrage läuft noch bis zum 31. März 2020 unter dem folgenden Link: www.surveymonkey.de/r/XZJSKBZ
Weitere Informationen gibt es auch auf der Seite des Deutschen Musikrates unter: www. https://www.musikrat.de und unter www.lmr-saar.de
 

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